Arzt Homepage ohne SEO ?
Ganz nützliche Tipps, die die Ärzte Zeitung im Hinblick auf die Gestaltung/den Aufbau einer optimalen Praxis-Präsentation gibt.
Was aber vermißt der seologisch ambitionierte Leser (und wird bestimmt auch der Arzt irgendwann vermissen) ?
Einer Arzt-Homepage kann es in den seltensten Fällen schaden, wenn von Beginn an die Präsentation der Praxis im Internet an die “Bedürfnisse der Suchmaschinen” angepasst wird, denn was nutzt die durchgestylteste und benutzerfreundlichste Seite, wenn sie kein Patient in den Suchmaschinen findet?
Da lob’ ich mir doch den Zahnarzt aus Wiesbaden, dessen Patienten bestimmt nicht lange suchen müssen, wenn schnelle Hilfe bei Zahnschmerzen erforderlich ist, oder z. B. auch die Kontaktdaten für einen eventuellen Zahnarzt Notdienst benötigt werden.
Update 01.08.09:
Zum Thema Arzt Homepage (im Kontext Abmahnungen und Kostenaufwand) wurde übrigens auch ein interessanter Beitrag im Bandscheiben-Blog veröffentlicht.
Heilpraktiker und Suchmaschinen
Wieder so ein grenzwertiges Thema. Medizin/Gesundheit und/oder SEO? - oder beides?
In welches Blog thematisch einordnen? Wieder Schelte wegen mangelnder Themenrelevanz kassieren?
Also lieber in der SEO-Trainingsstätte als bei den Bandscheiben veröffentlichen
Sascha hat einige seiner Beiträge aus einem anderen Blog nach WissFit importiert und thematisiert u.a. eine Checkliste zur Praxisgründung für Heilpraktiker. Hört sich gut an, das Seminar scheint sich gelohnt zu haben - dennoch scheint mir die Checkliste nicht ganz vollständig.
Ältere Stammleser aus dem Bandscheiben-Blog werden wissen, was jetzt kommt:
Unerheblich, um welche medizinische Berufsgruppe es sich handelt - in den ortsbezogenen Suchergebnissen sind im Verleich zu anderen Sektoren die “Gesundheitsanbieter” unterrepräsentiert. O.k., in einigen Großstädten hat’s sich mittlerweile herumgesprochen, daß es durchaus von Vorteil für Arzt/Therapeut etc. und Patient sein, auch über Suchmaschinen gefunden zu werden, aber diesbezüglich bilden Ausnahmen eher die Regel. In weiten Teilen der nachgefragten Medizinlandschaft dominieren eher zufällig gut positionierte (meist per Altersfaktor der Domain) die erste Seite.
Um beim Beispiel Heilpraktiker zu bleiben, sollte man mittels Grobanalyse zuerst feststellen, welches Suchpotential im Vergleich zu anderen medizinischen Angeboten vorliegt. Hierzu eignen sich die Google Trends recht gut:

Verglichen werden drei Wörter (und damit potentielle Suchbegriffe), die jeder schon einmal gehört hat:
Heilpraktiker, Orthopäde und Krankengymnastik. Diese Wörter würden der jeweiligen Stadt im Suchfeld vorangestellt werden, wenn eine der Berufsgruppen z. B. in Wiesbaden gesucht wird. Also: Heilpraktiker Wiesbaden.
108.000 Treffer mit vier Praxis-Webseiten unter den ersten 20 Ergebnissen. “Jahrgang” der Domains: 2005, 2004, 2004, 2001, keine historisch verbrannt, keine schlechte Nachbarschaft - alle mit “der Lizenz zum Ranken”. Verglichen mit den beiden andern Suchbegriffen ebenso sehr ordentliche Nachfragehäufigkeiten.
Und wer steht vorne in den Suchergebnissen? Branchenbücher und Verzeichnisse. Eine Praxis-Seite in den Top 10, dafür aber nicht in den lokalen Branchenergebnissen von Google (oben auf der Seite). Ich erspare Euch den genaueren Blick auf die Strukturen der Seiten, eine hätte sogar kurzfristig mit wenigen Änderungen sehr gutes Potential, aber darum sollten sich die Agenturen der Anbieter kümmern
Versteht es nicht falsch - daß ist grundsätzlich keine Klugscheißerei im Sinne “ich hätt’s besser gemacht”, sondern soll einfach die jeweiligen Anbieter etwas wachrütteln.
In jeder Webseite schlummert massig Potential, wenn sie nur halbwegs vernünftig aufgebaut ist und regelmäßig gepflegt wird. Das Argument “die Patienten, die über’s Internet kommen will ich vielleicht gar nicht haben” (schon oft gehört), lasse ich dabei nicht gelten, denn den Luxus können sich nur wenige leisten (ganz abgesehen von der Fragwürdigkeit einer derartigen Selektion). Es ist schlichtweg ignorant, einen Kanal, der vielmehr vermitteln kann, als ein Flyer, gänzlich zu vernachlässigen. Und besonders in der Startphase einer Praxis kann mir keiner weismachen, er könne sich aus Mund-zu-Mund-Empfehlungen finanzieren.
Gute Webseiten sind großartige Visitenkarten, die gefunden werden, wenn nach ihnen gesucht wird, bringen Kunden und Patienten und können bei überschaubarem Investitionsaufwand mit einer schönen (und kostenlosen) Blog-Software wie WordPress gute Erfolge nach sich ziehen.
